Trau Dich!

"Ja, ich sage es noch einmal: 
Sei mutig und entschlossen!  Lass dich nicht einschüchtern
und hab keine Angst! Denn ich, der Herr, dein Gott, 
stehe dir bei, wohin du auch gehst."
Josua 1, 9


Kennst du diese leise Sehnsucht, dass Gott vielleicht mehr für dich vorbereitet hat?
Tauchen immer wieder Gedanken auf, die dich ins Träumen bringen: Was wäre wenn...?
Aber du bekommst nicht klar gegriffen, was da eigentlich auf dich wartet oder wie du diese Dinge umsetzen kannst. Vielleicht hast du Sorge, zu scheitern, belächelt zu werden, weil andere dich nicht verstehen. Dann möchte ich dich ermutigen:

Wenn Gott dir eine heilige Sehnsucht (so nenn ich dieses innere Ziehen gerne) auf dein Herz gelegt hat, dann schieb sie nicht weg, sondern bewege sie im Gebet vor Gott. Frag ihn dazu alles, was du wissen möchtest! Manchmal gibt er Antworten über Wege, mit denen wir gar nicht rechnen! Manchmal schweigt er. Aber hör nicht auf zu beten! 
Gott ist ein Gott mit Zeit. Sooooo viel Zeit! Und ich bin ein furchtbar ungeduldiger Mensch und habe oft versucht, durch eigenes Vorpreschen an Dingen zu ziehen, damit sie schneller wachsen. Das hat aber nicht geklappt und ich war am Ende nur frustriert und ausgelaugt. Gib dich Gott hin! Es sind vorbereitete Werke, in die er uns hineintreten lässt. Und es kann sein, dass er erst noch an uns und unserem Charakter schleifen oder uns Wiederherstellung schenken möchte, ehe wir in das passen, was er für uns hat. Dieses Ausstrecken nach Gottes Reden, seinem Wirken und vor allem nach seinem Willen nenne ich gerne "aktives Warten". Wenn wir einfach gar nichts tun, werden wir kein Wachstum in unserer Berufung erleben. Dann werden wir bequem oder sogar neidisch auf andere, die das leben, was wir uns erträumen. 

Manchmal zeigt Gott nicht direkt das "große Ganze". Wir haben zwar eine Ahnung von dem, was da sein könnte, aber es ist wie eine Nebelwand davor. Ich sage oft: "Ich lebe nur aus dem Hören: Gott redet, ich sehe die nächsten 20cm Wegstrecke vor mir, die ich laufen kann und muss dann wieder warten, bis er spricht." Das ist mühsam. Ich weiß zwar in etwa, was da hinten auf mich zukommt, aber mein Ziel erreiche ich nur mit meinem "himmlischen Navigator", dem Heiligen Geist. Die Frage ist nur: Was würde passieren, wenn Gott den Nebel auf einmal lichtet und wir einen freien Blick auf das Ziel haben? Würden wir nicht auf unsere eigene Art und mit Vollgas losrennen? "Ich mach das jetzt! Los geht's!" Und genau das verhindert Gott, indem er uns nur nach und nach den Weg erkennen lässt. Darin bleiben wir abhängig von seinem Reden, korrigierbar und können anderen während des Gehens zum Segen werden. Denn was Gott uns gibt, ist niemals nur für uns alleine. Er liebt Multiplikation! Bestärke und ermutige Menschen auf deinem Weg, gib Zeugnis und teile weit aus von dem, was du mit Gott erlebst! Wichtig ist nur, dass du gehst. 

Sei mutig und entschlossen!
Lass dich nicht von anderen verunsichern. Such dir weise deine Berater aus, die dich wirklich kennen, da du bei ihnen offen und ehrlich sein kannst. Schau hin, wie sie selber ihre Beziehung zu Jesus leben, ob sie die Bibel als Grundlage ihres Glaubens nehmen usw. Trag deine Berufung nicht vor dir her, dann werden dir lauter Leute reinreden und dich mit ihren Ideen und Weisheiten durcheinander bringen. Sondern gib da weiter, wo du vertraust. Gott spricht uns manchmal ganz verrückt scheinende Dinge zu! Aber ihm ist nichts zu groß, nichts zu klein: Er will uns gebrauchen, so wie wir sind und mit dem, was er uns gegeben hat. Aber glaub mir: Er sieht mehr in dir, als du ahnst! Such dir einen kleinen Kreis von nahen Freunden, die für dich und deinen Dienst beten. Und dann sei mutig und fang einfach an zu tun, was Gott dir gezeigt hat! Das kann im ganz Kleinen sein, vielleicht nur mit einer einzigen anderen Person. Aber du wirst sehen, dass wenn Jesus ruft: "Komm!" und du kletterst aus deinem Boot, dann trägt das Wasser! Jesus hebt dich nicht raus und stellt deine Füße auf die Wellen... Es braucht deine Entscheidung und einen ersten Schritt, um über diesen Bootsrand zu klettern. Doch Jesus lässt dich nicht untergehen! Und selbst wenn die Füße mal ein bisschen nass werden, weil du einsinkst, ist seine Hand doch da, um dich wieder hochzuziehen.

Und ja, es gibt auch diese Zeiten, da haben wir Gott gehört, aber die Türen knallen zu. Eine nach der anderen. Wir haben gebetet, sein Reden abgewartet, sind losgelaufen: Rumms! Tür zu! Jesus schickt dich zurück.. Aber hat er nicht gerufen? 
Mich haben diese Momente manchmal echt an meinem geistlichen Gehör zweifeln lassen. Ich habe auf Gottes Wort hin gehandelt, er hat sich dazugestellt, Wunder getan.. Und plötzlich ging nichts mehr. Er nahm mir alles wieder. Das kann einen erstmal ziemlich verunsichern und frustrieren. Doch langsam begreife ich, dass ich darin wachsen und lernen darf! Gott weiß ganz genau, was er tut. Er überblickt alles. So gebraucht er diese Situationen, um mich neu an sein Herz zu ziehen und ich erkenne, dass er meine Treue prüft. Es tut manchmal weh, loszulassen. Aber nach einer Zeit sehe ich, dass er mir Größeres anvertrauen will. Und darin soll ich nicht meinen eigenen Kopf durchsetzen und mein Wissen und meine Erfahrung als Schablone für sein Wirken nutzen. Sondern er sagt immer wieder nur eines: "Vertrau mir."

Darum möchte ich dich von ganzem Herzen ermutigen:
Wenn Jesus zu dir ruft: "Komm!", dann geh los! Er wird dir alles geben, was du brauchst, um in das zu kommen, was er längst für dich geplant hat. Hab keine Furcht vor Versagen, vor Menschen, vor Gerede oder oder. Sondern schau nur auf Jesus: Wenn du in seinem Willen bist und mit deinem Tun ihm die Ehre gibst, wird er Wachstum und Gelingen schenken! Denn Gott ist treu in allen Dingen. Und die Welt braucht Jesus! Darum wirf deinen Scheffel mit Kraft in die Ecke und leuchte hell!